Wandern und Tragen – Kraxe oder Babytrage? Ein Vergleich.

Der Wanderurlaub steht an und das Baby kann bereits selbst sitzen.
Ist die Kraxe die einzige/beste Lösung?

Nach Europäischer Norm werden Baby- und Kleinkindtragen in Babytragen mit Gestell und Babytragen ohne Gestell unterschieden. Gestelltragehilfen oder auch Kraxen sind als Wanderequipment bekannt und zu Recht beliebt, und auch die Tragen ohne Gestell sind als Alternative zum Tragetuch für kleine Babys immer öfter zu sehen.
Weniger bekannt ist allerdings, dass man auch mit Tragehilfen ohne Gestell wunderbar  auf dem Rücken tragen kann und sie sich damit auch zum Wandern bestens eignen.
Einige Hersteller bieten die Tragen ohne Gestell in mehreren Größen an, sodass auch ältere Kinder (bis 5 Jahre) bequem damit getragen werden können. Auch preislich sind Tragehilfen ohne Gestell attraktiv und eine meist günstigere Alternative zur Kraxe! (Gestelltragen: ca. 220€ bis 300€, Tragehilfen ohne Gestell:  ca. 100€ bis 180€)

Die Vorteile der Tragehilfe ohne Gestell liegen auf der Hand:

Die Trage wiegt weniger als 1 Kg und hat ein ähnliches Packmaß wie meine Wanderhose!
Eine Kraxe hingegen, mit ausgereiftem, Rucksack-ähnlichem Tragesystem und Gestell, Sonnensegel, Anschnallgurten und Polster, wiegt entsprechend mehr (zwischen 2,5 und 4 kg) und muss z.B. bei Flugreisen als Extra Gepäckstück transportiert werden.

Mit einer Soft-Tragehilfe wird das Gewicht des Kindes so nah am Körper getragen, dass Tragender und Kind als Einheit agieren. Ein Gleichgewicht-beeinflussendes Herumturnen auf Mamas oder Papas Rücken ist nur eingeschränkt möglich, was im Hinblick auf Trittsicherheit-erfordernde und ausgesetzte Pfade oder kraftraubende Anstiege von Vorteil ist.

Die Soft-Trage bietet mit der integrierten Kopfstütze (welche laut der gültigen Norm vorhanden sein muss) bei einem schlafenden Kind außerdem eine sehr gute Rücken- und Kopf-Stützung, was eine Gestelltrage trotz Anschnall-System und gepolstertem Kopf-Anlehn-Bereich (vor allem bei kleineren Kindern) nur eingeschränkt bieten kann. Auch die Breite der Sitzfläche ist bei (guten) Soft-Tragen ohne Gestell meistens verstellbar, sodass eine optimale Spreiz-Anhock-Haltung beim Kind gewährleistet ist. Bei Kraxen sollten die Kinder dafür die Beine auf dem Gestell oder auf Fußstützen/Steigbügeln abstellen können. (Sitzposition, -Breite, Rückhaltesystem und Stützung sind stark modellabhängig.)

Die Lastübertragung auf die Hüfte ist bei Tragehilfen ohne Gestell weniger gut als bei Kraxen, weil der Hüftgurt meist nicht so steif ist. Dadurch, dass sich der Schwerpunkt des Kindes aber viel näher am Tragenden befindet, muss auch nicht soviel Last bzw. Hebelwirkung aufgefangen werden, was einen gewissen Ausgleich schafft.

Unterschiedliche Rückenlängen der Tragenden können durch etwas tieferes oder höheres Positionieren der Tragehilfe ausgeglichen werden. Oft kann das Kind gut über die Schulter des Tragenden schauen.

Der einzige wirklich spürbare Nachteil bei Soft-Tragehilfen ist, dass sich die durch Schwitzen produzierte Nässe aufs Kind überträgt. Allerdings profitiert der Tragling bei kühleren Herbst- oder Winterwanderungen auch von der Wärme des Tragenden!

Und, ja, ich kann eine Soft-Trage im Gegensatz zur Kraxe nicht noch mit kiloweise Ersatz-Klamotten u./o. Nahrungsmitteln beladen. Diese Dinge müssten dann in einer zusätzlichen Gürteltasche oder im Rucksack des (Wander-)Partners Platz finden :-)

Schaubild Vergleich: Kraxe – Tragehilfe

vergleich_Tragen-mitundohne-Gestell

Hersteller von Tragehilfen ohne Gestell für ältere Kinder (Todder-Size)
(ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Baby Roo/Huckepack
Buzzidil
Emeibaby
Fräulein Hübsch
Kokadi
MamaPapa Fabrik /Jono

Hersteller von Tragehilfen mit Gestell (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Deuter
Little Life
Osprey
Thule
Vaude

Siehe auch: Wandern mit einer fast-Vierjährigen

Ein Gedanke zu „Wandern und Tragen – Kraxe oder Babytrage? Ein Vergleich.

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